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amiriAMIRI - Urgestein aus Südamerika

Die Ehrbarsäle im 4. Bezirk, Mühlgasse, sind für diese Art von Musik ziemlich ungeeignet. Die Gruppe Amiri (Ritmo Latino) ist eine Gemeinschaft von Künstlern aus Kuba, Kolumbien, Chile,Venezuela und Bolivien. Und so heiße Rhythmen, dafür gemacht, dass im Karneval Millionen auf der Straße mittanzen, sind Nichts für enge Sitzreihen aus Holzstühlen, die mitwackeln, sobald Einen die Rhythmen mitreißen.

Die Musik, war wundervoll und man konnte leicht die kleinen Marotten des "Meisters" akzeptieren, wenn jeder "Solist" (= Mitwirkender, der nicht bei jeder Nummer auftritt) gefeiert wird, wie ein Star. Auch die Auswahl der Stücke war sehr durchmischt, wobei ich damit sicher nicht die Qualität meine, sondern eher die Tatsache, dass sich traditionelle Musik mit (vom "Meister") neu geschriebener abwechselte. Diese Stücke waren aber durchaus hörbar und erinnerten mich in keinem Fall an Stücke, die ich im Musikvereinssaal gehört hatte, wo dann in der Pause die Leute hörte: " ... ich fand das gut ... " und ganz genau wusste, er hatte mit Zwölftonmusik so gar Nichts am Hut, aber er wollte eben nicht rückständig erscheinen .... Nein so war es keinesfalls. Ungewöhnlich, aber ins Ohr gehend.

Wenn mir manche Tonfolgen (auch in bekannten Stücken - wie Besame mucho) nicht so hundertprozentig getroffen vorkamen, dann liegt das sicher an meinem Tinnitus.
Gut fand ich auch die Auflockerungen gleich nach der Pause, als (ur-)alte Witze und tagespolitisch aktuelle Parodien von Amiri zum Besten gegeben wurden: diesmal Frank Stronach. Und genial war der Gitarrist André, dem gleich ein 15-minütiges "Solo"-Programm mit Begleitung gewidmet war.

Im Großen und Ganzen hat's mir aber sehr gefallen und offenbar auch dem restlichen Publikum.

Übrigens gibt es bis Dezember noch weitere acht Konzerte und ich finde es zahlt sich aus. (Und ab 2013 spielt die Gruppe einmal im Monat in der lateinamerikanischen Tapas-Bar "Don Indio" in der Mollardgasse 17, dessen Betreiber auch hier als Musiker mitgewirkt hat.)

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